Natur im Ruhrgebiet
OnTour

Natur im Ruhrgebiet oder kurz „Industrienatur“

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Im Rahmen der „Bloggerreihe Deutschlandreise“ führt meine Tour heute in den Ruhrpott. Es wird eine Fahrt ins Grüne… in die Natur im Ruhrgebiet.

Die meisten verbinden mit dem Ruhrgebiet viel Industrie, Staub und graue Tristesse. Es hält sich auch das Gerücht, im Ruhrgebiet hätten die Menschen keinen Stil, laufen nur in Jogginghosen rum, essen Fritten mit Currywurst von der Bude um die Ecke, und sind schrecklich unhöflich.

Kaum jemand von Außerhalb weiß, dass sich schon lange ein Wandel vollzogen hat… das Ruhrgebiet steht heute für Industrie-Natur und Industrie-Kultur, sowie kulinarische Besonderheiten.

Natur im Ruhrgebiet

Vorweg muss ich gestehen, dass ich nicht gebürtig aus dem „Ruhrpott“ komme, wie das Gebiet zwischen Dortmund und Duisburg liebevoll genannt wird. Allerdings verbrachte ich die meiste Zeit meiner Kindheit in Dortmund, um dann ans andere Ende, nach Duisburg zu ziehen. Mittlerweile wohne ich in Moers, ganz am westlichen Rand des Ruhrpotts, auf der anderen Seite des Rheins.

Früher war der Ruhrpott geprägt von Kohlebergbau, Eisenhütten sowie großen Brauereien. Die Kohlekrise Mitte des letzten Jahrhunderts läutete dann einen Strukturwandel ein. Die neue wirtschaftliche Ausrichtung fand man nun in der Bildung und Dienstleistung.

Die Natur im Ruhrgebiet prägt nun Begriffe wie Industriekultur oder Kultur-Ruhr

Das Bewusstsein für Kultur, Forschung, Natur und vor allem Lebensqualität erwachte wieder und der Wohnwert sollte durch Schaffung neuer regionaler Erholungsgebiete erhöht werden.

Schließlich wurden auch, nach langer Zeit des Brachliegens, verlassene Industriestandorte zu attraktiven Arbeitszentren, sowie außergewöhnlichen grünen Freizeitanlagen umgestaltet. Wenn man sich das Ruhrgebiet heute aus der Luft anschaut, sieht man viel Grün voller Kultur und Freizeit.

Das Angebot ist so umfangreich, dass ich euch am Ende zusätzlich Seiten verlinken werde, die die schönsten und sehenswertesten Freizeitangebote aus der Kategorie Industrienatur anbieten.

 

Halden-Romantik

Natur im Ruhrgebiet

Was für mich persönlich das Ruhrgebiet ausmacht, ist die Haldenkultur im „Pott“. Diese Hügel sind Überbleibsel aus Bergbauzeiten. Nachdem die Kohle nicht mehr abgebaut wurde, blieben diese Berghalden übrig.

Fast alle Halden krönt ein besonderes Kunstwerk, das als Landmarke dient und sie einzigartig macht. Sie sind so etwas wie ein Wahrzeichen des Ruhrgebietes, das auf viele Arten genutzt werden kann: Wandern, Joggen, Gleitschirmfliegen, Mountenbiken, Festivals, Theater… mittlerweile wird, neben der atemberaubenden Aussicht auf das Ruhrgebiet, auf den Halden ganz schön viel geboten und sie sind ein wichtiger Teil der Route der Industriekultur.

„Einige der Halden begrünen sich von selber, andere werden gezielt der Renaturierung unterzogen und gestaltet. Sie alle geben letztlich dem einstigen „Kohlen“-Pott ein spannendes Gesicht.“ (Ruhr-Guide)

Auf den folgenden Fotos bin ich gegen sieben Uhr morgens auf die Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn gestiegen. Die beste Zeit des Tages, wenn der Pott erwacht und die Sonne alles in ihr schönstes Licht taucht. Diese Halde hat als einzige, soweit ich weiß, eine Himmelstreppe mit über 300 Stufen, mit der man um die 50 Höhenmeter in kürzester Zeit bewältigen kann. Die Halde selbst ist ca. 120 Meter hoch.

Natur im Ruhrgebiet

Natur im Ruhrgebiet

Natur im Ruhrgebiet

Natur im Ruhrgebiet
Links in der Haus-Landmarke auf dem Gipfel, rechts beim schattigen Abstieg

 

Eine der schönsten Großstadtoasen

Natur im Ruhrgebiet

Interessant ist auch der Landschaftspark Duisburg-Nord. Der „The Guardian“ wählte den Park unter die zehn schönsten Großstadtoasen der Welt. Besonders das bunte Lichtspektakel, das man im Dunkeln schon von weitem sehen kann, begeistert etwa eine Millionen Besucher jährlich.

Freizeit, Erholung und Sport findet man auf diesem riesigen Industriegelände zur genüge. Entweder man erkundet den Park zu Fuß, oder auf Fahrrädern. Neben einem Klettergarten des Deutschen Alpenvereins (DAV), findet man auch Europas größtes künstliches Tauchsportzentrum, das in einem alten Gasometer errichtet wurde. Die ganz jungen Gäste erfreuen sich an einem Abenteuerspielplatz, und und und…

Natur im Ruhrgebiet

Natur im Ruhrgebiet

Natur im Ruhrgebiet

Natur im Ruhrgebiet

 

Den „Pott“ von der Ruhr aus entdecken

Natur im Ruhrgebiet

Besonders schön ist es, das Ruhrgebiet vom Wasser aus zu entdecken. Zum Beispiel bei einer Paddeltour auf der Ruhr. Es erwarten euch Ruhe und Natur. Man mag kaum glauben, dass man sich mitten im Pott befindet.

Hier geht es zu meinem Artikel,  in dem ich unser Erlebnis bei einer Paddeltour auf der Ruhr festgehalten habe.

Natur im Ruhrgebiet

 

Und noch Vieles mehr…

Natur im Ruhrgebiet
Mississippi Romantik am Rhein
Natur im Ruhrgebiet
Strandfeeling am Rhein
Natur im Ruhrgebiet
Rheinschiffahrt
Natur im Ruhrgebiet
Waldsee in Moers neben der Halde Rheinpreußen
Natur im Ruhrgebiet
Innenhafen Duisburg – Garten der Erinnerung
Natur im Ruhrgebiet
Innenhafen Duisburg- Garten der Erinnerung

 

Ich könnte euch noch so viel mehr berichten, doch das würde den Artikel sprengen. Hier einige Blogs und Info-Seiten zum Thema, die euch interessieren dürften:

Ruhr-Tourismus

Borderherz – Wandern im Ruhrgebiet

Ruhrpottblick

Ruhrwohl

Landschaftspark Duisburg-Nord

Ruhr-Abenteuer

Route Industriekultur

Innenhafen Duisburg

Zum Abschluss möchte ich sagen, dass das Gerücht um die Jogginghose… immer noch stimmt *lach*. Es kann ja schließlich nicht alles verschwinden, sonst wären wir ja nicht im Pott.

Aber dieser Trend ist mittlerweile auch weltweit angekommen, teilweise in sehr edlen Varianten, wenn man die Mode-Hochglanz-Magazine durchblättert. Genauso möchte niemand den Kiosk oder das Büdchen um die Ecke missen. Auch gehört der Kleingarten-Verein, der Gartenzwerg oder vielleicht noch der ein oder andere Taubenzüchterverein zum Pott, wie der schiefe Turm zu Pisa.

Und kulinarisch sind auch noch die Currywurst mit Fritten des Ruhrpottlers liebster Snack. Am besten Rot-Weiß oder Spezial… doch auch dieses Thema ist mittlerweile so weitreichend und vielfältig, dass es einen eigenen Artikel wert ist. Schließlich ist Currywurst nicht immer nur Currywurst. Doch mehr dazu demnächst auf diesem Kanal…

„Du bist echt kackendreist“ ist übrigens im Ruhrpottschen ein liebevolles „Du könntest etwas freundlicher sein“.

Bis dahin viel Spaß im Pott, wo die Menschen das Herz auf der Zunge tragen… <3

 

P.S. Übrigens… das Beitragsbild ganz oben und die Fotos auf der Halde Norddeutschland zeigen sehr deutlich die Auswirkungen dieses heißen Sommers. Normalerweise sind die Rasenflächen grün…

 

 

3 Comments

  • Silvia

    Hallo Moni,
    So viele schöne Dinge hast du hier vorgestellt.
    Und Danke für die Links, ich werde mir ein paar Ausflugsziele aussuchen. Von Köln ist es ja nicht so weit.
    Echt krass, das Niedrigwasser im Rhein.
    Und ich freue mich immer über die Hundebilder, er sieht so schön und freundlich aus!
    Danke, dass du unsere Blogtour wieder bereichert hast!
    Alles Gute
    Silvia

  • Petrina | Moment: New York

    Liebe Monika,

    danke für die schönen Bilder aus meiner alten Heimat! Über den Rhein habe ich gestutzt, der mag von Moers aus naheliegen, aber, um es wie ein Ruhri zu sagen: Lass dat nich nen Doatmunda höan! 😉

    Ich finde es toll, dass das Ruhrgebiet immer mehr dieser alten Industrieflächen für die Öffentlichkeit öffnet (zum Beispiel ehemalige Bahnstrecken als Radwege, wie die Erzbahntrasse), und dein Beitrag hat mir ein paar Ecken gezeigt, an denen ich noch nie war (der Garten der Erinnerung zum Beispiel). Bei meinem nächsten Besuch in Deutschland komme ich hoffentlich dazu, dafür sind die Links sehr hilfreich!

    Nur eins hat mich gewundert: Ruhrgebietsmenschen gelten als unhöflich?? Huch?! Und ich dachte, ich wäre aus einem netten Kumpelhausen weggezogen in eine Stadt, in der die Menschen als schroff gelten …

    Liebe – und betont höfliche 😉 – Grüße
    Petrina

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