Weniger Plastik ist mehr
Kolumne,  My KopfKino

Weniger Plastik ist mehr – wie ich meinen Plastikverbrauch reduziere

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Astrid und Silvia von Leckere Kekse haben dieses Jahr wieder zu einer Blogtour eingeladen. Ich freue mich dieses Mal besonders dabei zu sein, weil Leckere Kekse gleichzeitig ihren 5. Bloggeburtstag feiern. Mir fällt gerade auf, dass ich mit zwei Bloggeburtstagen wieder ins Bloggerleben starte. Mein letzter Beitrag war auch zu einem fünften Ehrentag. Doch ich schweife ab. Dieses Mal haben sich Astrid und Silvia einem besonderen Thema gewidmet:

Weniger Plastik ist mehr

Es erreichen uns noch nicht genug Bilder von Müllbergen, die an die schönsten Küsten der Welt gespült werden, wie ich finde; von Meeresbewohnern, die qualvoll sterben, weil sie irrtümlich Plastikmüll verschlucken, oder sich in alten Kunststoff-Fischernetzen verfangen. Auch die Flüsse sind betroffen.

Weniger Plastik ist mehr
So sieht es mittlerweile auf vielen Küsten der Welt aus (Bild von H. Hach auf Pixabay)

Unser ökologisches System wird immer mehr mit Mikroplastik überschwemmt, bis es irgendwann zu spät ist. Deshalb liegt es an uns allen umzudenken. Den Konsum von Produkten zu reduzieren, die unnötig Plastik als Verpackung haben. Ich sage nicht, dass es leicht ist. Die Industrie macht es uns nicht einfach, deshalb wollte ich einfach mal niederschreiben, wie ich versuche dem Kunststoffkoma zu entkommen.

„Irgendwann habe ich es dann auch kapiert“

„Zero Waste“ ist zwar zur Zeit ein beliebter Begriff, doch viele schreckt es ab. Zero heißt schließlich Null, wie soll man also von einem Tag auf den anderen ohne Plastik auskommen? Das geht natürlich nicht. Aber wenn jeder sich damit auseinandersetzt, seine Einkäufe kritischer betrachtet, dann ist es ein guter Anfang. Ein Anfang, der den plastikfreien Stein ins Rollen bringen kann.

Bis ich selbst es kapiert habe, hat es leider auch gedauert. Doch dem lieben Internet sei Dank, muss man da sagen. Denn ohne die vielen Informationen, ob von engagierten Bloggern, verschiedenen Initiativen, oder auch den vielen Dokumentationen, würde ich wahrscheinlich immer noch mit Plastik-Scheuklappen durch die Supermärkte schlendern. Und ich gestehe, auch ich war zuerst etwas eingeschüchtert von dem Begriff „zero waste“. Aber ich wollte es einfach versuchen und und meinen Beitrag leisten.

Plastik Einwegbesteck ist so unsinnig… (Bild von Jasmin Sessler auf Pixabay)

Ich setzte also den Fokus auf mein Einkaufsverhalten und die Müllreduktionen. Plastiktüten für Obst und Gemüse im Supermarkt ließ ich einfach weg, wog die Produkte ohne Tüten ab und legte sie auch so in den Einkaufswagen. Passiert ja nix damit, denn man muss Zuhause sowieso alles abwaschen.

Bio nur unverpackt

Die Entscheidung Bio oder nicht, fällt bei mir auch meist mit der Verpackung und wo die Produkte herkommen. Bioware ist in Supermärkten kurioserweise meist extrem in Plastikverpackungen zu bekommen. Also verzichte ich dann lieber auf Bio, und auch wenn es aus Spanien kommt. Mittlerweile gibt es genug Alternativen, die aus der eigenen Region unverpackt angeboten werden oder aus den Nachbarländern kommen. Immer noch besser, als Produkte, die einen weiten Weg hinter sich haben und bei denen man den ökologischen Fußabdruck nicht verantworten möchte. Oder aber aus dubiosen Quellen stammen. Da kann man sich bei spanischen Produkten leider nicht immer sicher sein.

Auch gehe ich vermehrt in Bioläden oder auf unseren Apfelhof im Ort, der zwar kaum Bioprodukte anbietet, aber nachhaltig produziert und andere Produkte aus der Region im Sortiment hat. Dort kann ich auch die meisten Verpackungen wieder abgeben. Es gibt war Papiertüten oder Pappschälchen, doch auch der Apfelhof kommt nicht ohne Plastik aus. Zum Beispiel die Schälchen für Himbeeren oder Blaubeeren. Aber nicht so schlimm, wenn ich sie einfach zum Wiederverwenden zurückgeben kann.

Mein Stamm-Supermarkt Edeka hat ebenfalls in kurzer Zeit umgedacht und zu den Plastiktüten Papiertüten angeboten. Super ist, dass seit einigen Monaten ein Display für Mehrweg Gemüse- und Obstnetze aufgestellt wurde. Es freut mich zu sehen, wenn es immer öfter leergekauft ist. Ich nutze diese Netze jetzt schon länger; sie fliegen immer in den Handtaschen oder im Auto rum, weil ich sie am Anfang immer vergessen hatte. Schockierend genial ist auch der neue Werbespot von Edeka mit dem Titel „Natur kommt unverpackt“. Falls ihr ihn nicht kennt, dann unbedingt reinklicken und anschauen.

Diese Obst- und Gemüsenetze sind wirklich Gold wert

Um noch intensiver den Plastikmüll zu reduzieren, entschied ich mich auf Säfte in Tetrapacks oder Plastikflaschen zu verzichten. Und da bei uns am Ortsrand der Saftproduzent Copeo seinen Sitz hat und zum Glück in Glasflaschen abfüllt, ist es natürlich naheliegend zu diesen Produkten zu greifen. Mein ökologischer Fußabdruck freut sich.

Genauso verzichten wir schon seit einiger Zeit auf Einwegflaschen jeglicher Art und haben auf Mehrweg umgestellt. Zum Glück liefert endlich auch in unserer Gegend die Flaschenpost aus und so lasse ich jetzt immer meine Kästen mit Saft und Wasser liefern. Wenn es geht, meistens auch Glasflaschen. So fällt die Schlepperei für mich und meinen Rücken glücklicherweise weg.

„Schatz, unser Müll wurde geklaut“

Eine konsequentere Resteverwertung (dazu werde ich auch demnächst einen separaten Post machen) und Mülltrennung belohnte uns mit ganz viel Luft in den Mülltonnen. Ich erinnere mich an den Zeitpunkt, als wir uns nach zwei Wochen wunderten, warum die Restmüll-Tonne und die Gelbe Tonne noch fast leer waren. Wir vermuteten sogar schmunzelnd eine Verschwörung von Mülldieben und sahen schon unsere Identitäten in kriminellen Händen. Aber tatsächlich haben wir so wenig Müll produziert, dass wir jetzt oft die Restmüll-Tonne erst nach vier anstatt nach zwei Wochen leeren lassen können. Und das mit vier Personen und jeden Tag kochen. Wunderbarerweise spart das natürlich noch Geld, denn ab zehn Leerungen im Jahr müssen wir ordentlich dazuzahlen.

Wie ihr seht, wenn man möchte, dann geht es. Die Plastikreduzierung. Und auch ich kaufe noch ab und zu auf die schnelle einen Salat in der Tüte. Ja, ich gebe es zu. Doch das liegt sehr an meinem planlosen Einkäufen und der nicht vorhandenen Essensplanung für die Woche. Aber da ich ja ab heute wieder Vollzeit die Schulbank drücken muss, habe ich endlich keine Ausreden mehr besser vorzuplanen. Schließlich werde ich jetzt keine Zeit haben „mal eben“ in den nächstbesten Supermarkt zu flitzen.

Kunst kann auch verschlimmbessern

Weniger Plastik ist mehr
Diese Kunst mit Müll finde ich ganz hübsch und sie spricht Tacheles (Bild von Moritz320 auf Pixabay)

Schon lange springen auch Künstler auf das Thema an und versuchen mit ihren Kunstwerken auf das Problem der Umweltsünde Plastik hinzuweisen. Es ist schon eine gute Sache, doch manchmal geht der Schuss auch nach hinten los: In unserem Moersbach darf man seit kurzem eine Installation bewundern, die auf die Problematik von Plastik in den Meeren aufmerksam machen soll. Doch ist es wirklich der richtige Weg Plastikmüll als Kunst in einen Bach zu stellen? Hat man nicht bedacht, dass sich auch von Kunst Mikropartikel lösen und in das Wasser und somit das Ökosystem gelangen? Doch ich will mich nicht beschweren, solange Aufmerksamkeit erregt wird.

Weniger Plastik ist mehr
Kein gutes Beispiel für Kunst, die auf das Plastikproblem aufmerksam machen soll

In dem Eröffnungspost zu der Blogtour von Leckere Kekse sind übrigens alle Teilnehmer verlinkt, die zu „Weniger Plastik ist mehr“ einen interessanten Artikel veröffentlicht haben. Schaut unbedingt dort vorbei.

Falls ihr noch mehr Zum Kunststoffproblem wissen möchtet, auf der Seite Utopia.de findet ihr eine Menge Informationen zum Thema Nachhaltigkeit und Umwelt.

Wir sollten alle so gut es geht mit bestem Beispiel vorangehen und zeigen, wie wir ins Weniger-Plastik-Leben hineinzuwachsen. Auch ich habe noch einen langen Weg vor mir. Wäre schön, wenn wir uns alle gegenseitig dazu inspirieren könnten unsere wunderschöne Welt auch für die Zukunft zu schützen.

Bis bald…

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